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Zwangsarbeit am Erzbergwerk Rammelsberg im Nationalsozialismus: Der Arbeitsunfall des Grigori Berestowskij

Foto von Grigori Berestowskij, ca. 1943. Quelle: Bernhild Vögel: „Wir waren fast noch Kinder“. Die Ostarbeiter vom Rammelsberg. Goslar 2003, S. 131.

Im Rahmen eines Seminars zum Thema „Montanindustrie im Nationalsozialismus. Das Beispiel Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar“ bei Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider (Leibniz-Universität Hannover) und Dr. Johannes Großewinkelmann (Weltkulturerbe Rammelsberg) wurde von einer Studierendengruppe das Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus bearbeitet. Die Gruppe wollte Schicksale der überwiegend aus Osteuropa stammenden Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges zur Arbeit im Erzbergwerk Rammelsberg gezwungen wurden, erforschen.  

Viele Schicksale Rammelsberger Zwangsarbeiter wurden bereits vor ca. 20 Jahren von Bernhild Vögel untersucht und die Ergebnisse dieser Forschung sind in der kulturhistorischen Dauerausstellung des Weltkulturerbes Rammelsberg, sowie in mehreren Publikationen veröffentlicht worden.[1] Erstmalig aber konnten im Seminar Verwaltungsakten, insbesondere Monats- und Jahresberichte des Erzbergwerks Rammelsberg aus den Jahren 1938 bis 1948 zum Thema Zwangsarbeit ausgewertet werden. Diese Akten enthalten Unterlagen, die aus der Perspektive des Verwaltungsapparates und der Bergwerksleitung den alltäglichen Umgang mit den Zwangsarbeitern steuerten. Es ist die Perspektive der Verantwortlichen, der Täter, auf die Zwangsarbeit.

Die Berichte in den Verwaltungsakten sprechen von Zwangs- und Dienstverpflichtungen, von Arbeiten bis zu 60 Stunden pro Woche und „freiwilligen Sonntagsarbeiten“. Sie bestimmen die offiziellen Lebensmittelmengen und tatsächlichen Essensrationen. Sie beschreiben die Unterkünfte, ihre Enge, die minimalistische Ausstattung und den regelmäßigen Befall durch Wanzen, Läuse und Flöhe. Sie schildern die Bekleidung, die nicht mehr als eine unzureichende Bedeckung war. Sie führen akribisch auf, wer wieviel verdient hat und dass für selbstverständliche Sachen, wie Seifenpulver, bezahlt werden musste.

Und sie schildern den Mangel an Gebrauchsgegenständen, wie z. B. Handtüchern, für die Zwangsarbeiter keine Bezugsscheine bekamen. Sie erzählen von unmenschlichen Behandlungen, von Strafen und Demütigungen. Und hinter dieser unzähligen Menge an Verwaltungsmaterial stehen Einzelschicksale, stehen Menschenleben, deren Alltag unter unmenschlichen Bedingungen „verwaltet“ wurde.  


Abbildung des Formulars aus dem Bericht zum Arbeitsunfall von  Grigori Berestowskij, 1943. Quelle: Archiv der Bergbau Goslar GmbH, Betriebsunfälle, Akten-Nr.: 374, Vol. V.

Ein Beispiel aus den Verwaltungsakten ist der Bericht über den Arbeitsunfall des Grigori Berestowskij am 17.04.1943 auf dem untertägigen Verladeplatz der Aufbereitungsanlage. Dazu wurde von einer Seminargruppe ein kurzer Dokumentarfilm erarbeitet, den Sie hier sehen können:  

Von Monika Wergandt und Johannes Großewinkelmann


[1] Vgl. Bernhild Vögel (Hrsg.): System der Willkür. Betriebliche Repression und nationalsozialistische Verfolgung am Rammelsberg und in der Region Braunschweig. Goslar 2002. Vgl. Bernhild Vögel: „Wir waren fast noch Kinder“. Die Ostarbeiter vom Rammelsberg. Goslar 2003.

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Ein rauchender Schornstein

Blick in die Sonderausstellung

Wenn man heutzutage ein Bild eines rauchenden Schornsteines, aus dem sich eine große schwarze wabernde Rauchfahne zieht, sieht, verbindet man das in der Regel nicht mit einem fortschrittlichen Gedanken, sondern es steht beispielhaft für Umweltverschmutzung.  Daher wird es von Industriebetrieben vermieden, in der Außendarstellung mit einem rauchenden Schornstein in Verbindung gebracht zu werden. Das war aber nicht immer so.

Ursula Arndt, Bayer-Werk Leverkusen (Sammlung Neubert)

Ein Blick in unsere Sonderausstellung „Orte der Arbeit“ zeigt dem Betrachter die Genese des Symbols eines abgebildeten Schornsteins. Die Mehrzahl der Bilder, die alle der Epoche der Industriemalerei zugeordnet sind, stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Einer Epoche, die in fast allen sozialen und gesellschaftlichen Ausprägungen von der Industrialisierung bestimmt war. Einher mit der umgreifenden Industrialisierung ging der Wettbewerb, sowohl innerhalb eines bestimmten Industriezweiges, als auch ein Wettbewerb, der sich zwischen Nationen abspielte.
Die Darstellung der industriellen Erfolge, der Produktion und der Anlagen war daher immer auch eine Leistungsschau. Oftmals handelt es sich nämlich bei diesen Werken um Auftragsarbeiten der abgebildeten Firmen. Die Bilder dienten in der Folge zur repräsentativen Ausgestaltung von Direktionen oder auch zu profanen Werbezwecken. Riesige qualmende Schornsteine standen gleichsam für wirtschaftlichen Erfolg und sind sehr präsent in der Selbstdarstellung großer Unternehmen, besonders natürlich in der Schwerindustrie. Selbst in der Landschaftsmalerei stehen dunkel rauchende Schlote im Fokus, die nur noch zur bildlichen Ausschmückung mit einer umgebenen Landschaft verbunden zu scheinen.

Otto Straamann, Blick auf Hochöfen (Sammlung Neubert)

Die Wahrzeichen der Industrialisierung „kongruierten“  in dem Weichbild einer Stadt nur mit den Kirchtürmen. Allerdings, im Gegensatz zu den Kirchen, nur für einen bestimmte Dauer. In Zeiten des Kampfes gegen Abgase und zunehmenden Umweltbewusstseins wandelte sich die zugedachte Bedeutung weg vom Fortschrittsglauben bis hin zur teilweisen  Dämonisierung. Daher sind die gezeigten Bilder in der Sonderausstellung „Orte der Arbeit“ gleichsam auch ein Stück Zeitgeschichte. Nicht nur die dort abgebildeten Arbeitsprozesse, wie beispielsweise das Verkoksen von Steinkohle, sondern auch die Selbstreflektion der Industrie hat sich in den vergangenen einhundert Jahren gewandelt bzw. ist nicht mehr existent.

Gerhard Graf; Hochofen-Anlage (Sammlung Neubert)

Sie haben noch bis zum 8. November die Möglichkeit, unsere Sonderausstellung zu sehen. Darüber hinaus haben sie durch unseren Begleitkatalog die Möglichkeit die gezeigten Werke in ruhiger Minute nochmal zu Betrachten.

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Der Winkler Wetterschacht

Bereits im Mittelalter gab es am heutigen Standort des Winkler Wetterschachtes eine Grube mit Schacht unter den Namen „Luddelvinghe“. Es war eine der östlichsten Gruben am Rammelsberg. Der Name der Grube änderte sich im Laufe der Zeit mehrfach, im 18. Jh. hieß sie einige Zeit Julius Winkel und der Schacht Julius-Winkel-Schacht. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde dieser Schacht dann mit seinen Tagesanlagen nur noch als „Winkler Wetterschacht“ bezeichnet.

Mit dem Auffinden des Neuen Lagers 1859 rückte der Julius-Winkel-Schacht in die Mitte des untertägigen Grubengebäudes und war damit gut geeignet als ausziehender Wetterschacht. Die Vergrößerung des Grubengebäudes, insbesondere die zunehmende Tiefe machte eine Bewetterung – die Versorgung der Grubenräume mit frischer Luft – immer schwieriger. Die Versorgung der Bergleute mit frischer Luft wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts durch ein System ein- und ausziehenden Schächte erreicht. Die Luftzirkulation war im Rammelsberg gut, weil die Grubenräume durch das „Feuersetzen“ erwärmt waren und die warme Luft aus den Schächten auszog und einen Luftstrom erzeugte. Ab Ende der 1870er Jahre drängte der Einsatz druckluftbetriebener Bohrhämmer das „Feuersetzen“ als Abbaumethode schnell zurück. Jetzt konnten Bohrlöcher ins harte Erzgestein gebohrt werden, um dieses mit Sprengstoff aus dem Gebirge zu lösen. Der Wetterzug durch die Erwärmung der Grubenräume ließ nach und musste durch andere Maßnahmen in Gang gesetzt werden.

Ab 1903 versah das Erzbergwerk Rammelsberg den Schacht mit einem größeren, runden Querschnitt, teufte diesen bis auf 188 Meter ab und mauerte ihn aus. Damit wurde der Winkler Wetterschacht bis zu seiner Außerbetriebnahme Mitte der 1960er Jahre der Hauptwetterschacht der Grube.

Zwei Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs erhielt der Schacht zur Beschleunigung des Wetterzugs einen elektrisch angetriebenen Grubenlüfter. Bereits ab 1905 stand über dem Winkler Wetterschacht ein eisernes Fördergerüst. Die Fördermaschine war in ein Maschinenhaus aus Wellblech untergebracht.

Abb. 1: Das ausgemauerte Füllort und die runde Schachtscheibe des Winkler Wetterschachts auf dem Niveau der Alten Tagesförderstrecke (Foto: Förderverein Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg Goslar/Harz e.V., 2019)

Die Steigerung der Erzförderung in den 1920er Jahren erforderte auch eine Erhöhung des Versatzmaterialtransports, um die ausgeerzten Hohlräume in der Grube füllen zu können. Über einen Haspel konnte im Winkler Wetterschacht Material sowie Versatzmassen aus dem in der Nähe befindlichen Kommunion-Steinbruch befördert werden. Für den Transport des Versatzmaterials vom Steinbruch zum Schacht diente ein Bremsberg.

Abb. 2: Verladen von Versatzmaterial am Fußpunkt des Bremsberges am Winkler Wetterschacht, vor 1939 (Foto: Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg).

Der Versatztransport im Winkler Wetterschacht nahm ab Ende der 1920er Jahre ab, weil mit dem Bergeschacht ab 1928 ein weiterer Schacht speziell für den Bergeversatz abgeteuft wurde. Ab Mitte der 1930er Jahre wurde der Winkler Wetterschacht im Zuge der Modernisierung der Tagesanlagen und des Grubenbetriebs durch das nationalsozialistische „Rammelsbergprojekt“ ausgebaut. In den Jahren von 1935 bis 1939 wurde das Fördergerüst überarbeitet und die bisherigen Wellblechhütten der Tagesanlagen durch Bruchsteingebäude ersetzt. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diente der Winkler Wetterschacht neben dem Bergeschacht und dem Flachen Schacht wieder dem Materialtransport, vor allem für Bausteine und Ausbauholz. Bei steigenden Erzfördermengen in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre sollten die beiden Hauptförderschächte des Erzbergwerks, der Rammelsbergschacht und der Richtschacht, entlastet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte der Winkler Wetterschacht wieder zu seiner angestammten Funktion zurück, bis 1966 die Werksleitung einen neuen Wetterhochbruch nordwestlich des Maltermeisterturms anlegte und den Schachtbetrieb an dieser Stelle einstellte. Das Fördergerüst des Schachtes wurde im gleichen Jahr abgerissen und die Preussag vermietete die Tagesanlagen an den Harzer Knappenverein (HKV).

Anfang der 1990er Jahre kaufte der HKV die Tagesanlagen mit dem dazugehörigen Gelände. Der Knappenverein nutzt die Teile der Gebäude als Vereinsheim und vermietet Flächen auch an andere Vereine.

Mit dem Einsatz dieselbetriebener Fahrzeuge im Untertagebetrieb seit Anfang der 1970er Jahre bedurfte es größerer Mengen an frischen Wettern. Diese konnte durch die bis dahin verwendete Wetterführung nicht herangeführt werden. Der Winkler Wetterschacht und die Wetterstrecken, die zu ihm führten, waren zu eng und konnten nicht genügend Luft aus der Grube führen. Deswegen wurde ein neuer Hauptgrubenlüfter und ein dicht neben dem Winkler Wetterschacht hoch gebrochenes neues Wetteraufhauen installiert. Diese Wetterstrecke wurde mit einer Umfahrung an die Bergeschachtstrecke angeschlossen und führte den gesamten Abwetterstrom nach über Tage.

Die Bewetterung des Besucherbergwerks im Rammelsberg funktioniert weiterhin durch die vorhandenen Wettereinrichtungen im noch zugänglichen Grubenbereich. Das Weltkulturerbe Rammelsberg nutzt deshalb den Wetterhochbruch neben dem Winkler-Wetterschacht weiterhin als ausziehenden Wetterschacht.

Literatur:

Dettmer, H.-G. (2006): Bergbauspuren auf Schritt und Tritt. 30 Gründe den Rammelsberg zu erwandern, Goslar.

Eichhorn, P. (2006): Schächte des Rammelsberges. – Jahresgabe 2006/2007 für die Fördervereinsmitglieder, Goslar.

Eichhorn, P. (2014): 1964 – 2014. Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Harzer Knappenvereins. – Goslar.

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Im Schatten des Weltkulturerbes: Die Armerzaufbereitung am Bollrich

Die Tagesanlagen des Weltkulturerbes Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar aus den 1930er Jahren sind weithin bekannt. Dass Fritz Schupp, einer der Architekten, nur wenige Kilometer vom Weltkulturerbe entfernt in den 1950er Jahren ähnliche Gebäude für eine Erzaufbereitungsanlage gebaut hat, bleibt häufig unerwähnt.

Als Folge des Krieges auf der koreanischen Halbinsel stiegen seit dem Sommer 1950 die Blei-, Kupfer- und Zinkpreise auf dem Weltmarkt in wenigen Jahren um das Doppelte. Die Beteiligung von UN-Streitkräften, insbesondere aus den USA, am Korea-Krieg erhöhte die amerikanische Rüstungsproduktion und deren Nachfrage nach Rohstoffen. Westdeutschland hatte freie Produktions- und Förderkapazitäten im Rohstoffsektor. Das Erzbergwerk Rammelsberg steigerte innerhalb von vier Jahren zwischen 1951 und 1955 seine Erzförderung deshalb von 191.000  auf 316.000 Tonnen im Jahr.

Bereits 1950 hatte das  Erzbergwerk Rammelsberg begonnen auch Banderz abzubauen, das an den Rändern des Erzkörpers den Übergang zum erzfreien, „tauben“ Gestein bildete. Dieses Erzgestein mit einem Anteil von 25 Prozent Erz und 75 Prozent Nebengestein wurde „Armerz“ genannt. Es konnte nicht vollständig in der Erzaufbereitung am Rammelsberg verarbeitet werden. Es wurde hier nur zerkleinert und dann direkt auf dem Grubenbahnhof verladen. Von hier aus gelangte es durch den bereits in den 1920er Jahren aufgefahrenen Gelenbeeker Stollen per Grubenbahn zur Aufbereitungsanlage am Bollrich. Hier plante das Essener Büro von Fritz Schupp seit Mitte 1951 den Bau einer Aufbereitungsanlage.

Der Standort außerhalb von Goslar

Der Standort am Bollrich lag verkehrs- und betriebstechnisch günstig. Er lag an der bestehenden Bahnverbindung vom Erzbergwerk Rammelsberg zu den Hüttenwerken im Ortsteil Oker, wo die Erzkonzentrate aus der Erzaufbereitung weiterverarbeitet wurden. Die Armerzaufbereitung am Bollrich konnte ihre Produkte über die normalspurige Bahnstrecke ebenfalls zu den Hütten nach Oker transportieren. Außerdem konnten am Bollrich die Abwässer aus der Aufbereitungsanlage mit einem natürlichen Gefälle in Absitzbecken fließen.   

Den Auftrag zur Planung der Armerzaufbereitungsanlage bekam Fritz Schupp von Paul Ferdinand Hast. Hast hatte bereits 1935 als stramm nationalsozialistisch orientierter Geschäftsführer der Unterharzer Berg- und Hüttenwerke das Büro Schupp / Kremmer – Martin Kremmer war 1945 bei einem Bombenangriff auf Berlin gestorben – für den Bau der Tagesanlagen des Erzbergwerkes Rammelsberg vorgeschlagen.

Die Diskussion am Rammelsberg in den 1930er Jahren um die landschaftliche Lage der geplanten Tagesanlagen wurde auch 20 Jahre später am Bollrich in ähnlicher Weise wieder geführt. Fritz Schupp beschrieb seine Aufgabe im Zentralblatt für Industriebau 1968 rückblickend: „ Deshalb war es unsere Pflicht, hier vor allem auf Wiesen und Wald sowie einzelne Baumgruppen besondere Rücksicht zu nehmen. Für mich als den verantwortlichen Architekten galt es also, das Projekt so zu beeinflussen, daß das Bauwerk ohne Störung des Landschaftsbildes seine betrieblichen Funktionen erfüllen konnte.“

Die Anordnung der Gebäude

Zunächst skizzierte Schupp eine Aufbereitungsanlage in Hanglange, vergleichbar mit der am Rammelsberg. Damit hätte er den Baukomplex weiter ins Gelmketal und aus der Sichtweite der Stadt gerückt. Doch dann entwarf er einen Gebäudekomplex als kompakte Anlage auf einer Hügelkuppe am Bollrich und die Gebäude konnten von der Stadt gesehen werden. Er ordnete die einzelnen Betriebsgebäude so an, dass sie einen zur Südseite hin geöffneten Innenhof bilden und sich zur Landschaft hin auflockern. Die Aufbereitungshalle wird über eine Sheddachkonstruktion belichtet. Die übrigen Gebäudeteile erhielten großzügig verglaste Seitenwände.

Abb. 1: Das geschlossene Gebäudeensemble der Armerzaufbereitung am Bollrich mit der nach Süden geöffneten Hofseite. Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg, Leihgabe Bergbau Goslar GmbH, 1980er Jahre.
Abb. 2: Blick von Süden auf die an den Berghang gebauten Gebäude des Erzbergwerkes Rammelsberg. Foto: Weltkulturerbe Rammelsberg 2010.
Abb. 3: Die Gebäude sind in Stahlbeton-Skelettbauweise gebaut. Die Binder und Dachaufbauten der Aufbereitung sind aus Stahlfachwerk mit seitlichen Lichtbändern. Foto: Johannes Großewinkelmann, Weltkulturerbe Rammelsberg, 2019.

Funktionsweise der Aufbereitung

Das zerkleinerte Banderz des Erzbergwerks wurde in einem Tiefbunker neben der Verladestelle der Aufbereitung entladen. Von dort aus gelangte es über eine Schrägförderanlage zu den Kugelmühlen in die Feinzerkleinerung und wurde mit Wasser versetzt. Die Erztrübe musste danach in das erste Stockwerk gepumpt werden um in der Schwimmaufbereitung mittels chemischer Reagenzien in die Erzbestandteile Blei-Kupfer-Konzentrat, Zinkkonzentrat und Schwefelkies-Konzentrat getrennt zu werden. Danach folgte die Entwässerung der Konzentrate in Eindickern und durch Trommelvakuumfilter. In Waggons verladen konnte es auf der Schiene zu den Hüttenbetrieben in Oker gebracht werden. Das Prinzip der Aufbereitung entsprach Aufbereitungsverfahren am Rammelsberg, aber mit dem Unterschied, dass am Bollrich der Materialfluss nicht durch die Hanglage bedingt von oben nach unten verlief, sondern mit Transportbändern und Pumpen in einem Kreislauf bewegt wurde.

Die kompakte und überschaubare Anlage auf der Hügelkuppe gestaltete die Arbeitswege innerhalb des Gebäudes kurz und eine technisch ausgereifte  Arbeitsorganisation kam mit weniger Personal aus, als dieses in der Erzaufbereitung am Rammelsberg notwendig war.

Die Gestaltung der Fassade

In der Außengestaltung nimmt Schupp die gleichen Elemente auf, die er zusammen mit Martin Kremmer schon 20 Jahre zuvor am Rammelsberg eingesetzt hatte. Die Außenhülle des ausgeziegelten und verputzten Stahlbetonskeletts bildete eine Holzverkleidung, die mit Karbolineum angestrichen ist. Damit sollte sich die Gebäudefassade den traditionellen Holzhäusern im Harz annähern. Mauern wurden im Erdgeschoßbereich teilweise mit regionalen Natursteinen verblendet, um auch hier eine Brücke zur umgebenden Landschaft zu schlagen. 

Abb. 4: Gebäude der Aufbereitungsanlage mit 25 Meter hohem Wasserturm. Foto: Johannes Großewinkelmann, Weltkulturerbe Rammelsberg, 2019.

Trotz der äußeren, traditionellen Gestaltungselemente, erscheinen die klaren kubischen Formen der Armerzaufbereitung am Bollrich, mit den großen Fensterbändern, den flachen Dächern und der großzügigen Verwendung von Stahl, Beton und Glas, der Architektur der klassischen Moderne verpflichtet.

Abb. 5: Der Abwässereindicker war der Übergabepunkt von dem aus ein natürliches Gefälle die Aufbereitunsgsschlämme in die nahe gelegenen Absitzbecken spülte. Mit der Verwendung von Natursteinverblendungen wiederholte Fritz Schupp am Bollrich ein Gestaltungselement, das er bereits am Rammelsberg eingesetzt hatte. Foto: Weltkulturerbe Rammelsberg, Leihgabe Bergbau Goslar GmbH, 1980er Jahre.  

Die Stilllegung

Bereits ein Jahr vor der Stilllegung des Erzbergwerkes Rammelsberg wurde 1987 die Armerzaufbereitung am Bollrich geschlossen, weil der starke Preisverfall bei den Nichteisenmetallen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zuließ. Es gab in den Folgejahren einige Nachnutzungen, u.a. ab 1989 eine von der Preussag initiierte Elektronikschrott-Recyclinganlage, die sich aber langfristig nicht an diesem Standort etablieren konnte. Für die Dreharbeiten zu dem Spielfilm „Das Wunder von Lengede“ (2003), wurde in der Aufbereitungshalle im Erdgeschoß ein Stollenausbau eingebaut, der für die Filmarbeiten geflutet werden konnte. Die Reste dieser Filmkulisse befinden sich weiterhin im Gebäude.

Aktuell werden einige Gebäudeteile noch für die Aufgaben zur Entwässerung des Erzbergwerkes Rammelsberg genutzt, dazu wurde ein neuer Entwässerungsstollen vom Gelände der Armerzaufbereitung Richtung Rammelsberg aufgefahren. Doch eine langfristige Erhaltung der Gebäude ist nicht absehbar. 

Abb. 6: Der stark geschwungene Treppenaufgang im Wasserturm verbindet die verschiedenen Etagen. Foto: Johannes Großewinkelmann, Weltkulturerbe Rammelsberg, 2019.
Abb. 7: Verladestation der Armerzaufbereitungsanlage am Bollrich. Rechts die Schienen mit einer Spurbreite von 600 Millimeter für den Erztransport vom Erzbergwerk Rammelsberg durch den Gelenbeeker Stollen zur Armerzaufbereitung. Links die Schienen mit Normalspurbreite der Bundesbahn, auf denen bis in die 1970er Jahre die Konzentrate der Armerzaufbereitung zu den Hütten transportiert wurden. Foto: Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg, Leihgabe Bergbau Goslar GmbH, 1980er Jahre.

Kultur ist die Grundlage der Freiheit – gerade auch in Corona-Zeiten

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beginnt mit einer Bringschuld: Nach den Gräueltaten der nationalsozialistischen Diktatur war der Beweis anzutreten, dass die neue Republik und ihre Bewohner zu „kulturvollem Handeln“ fähig sein konnten.

Das heißt, es galt neben dem wirtschaftlichen Wiederaufbau, Umgangsformen von Willkür und Irrationalität zu überwinden, historische Anknüpfungspunkte an die Geschichte vor die Zeit des Nationalsozialismus zu finden und eine demokratische Identität, in einer freien Gesellschaft zu definieren oder besser gesagt als Experiment zu wagen.

Zunächst suchte man die Anlehnung an die bedeutenden Phasen der Hochkultur des 18. und 19. Jahrhunderts; zur Überwindung der historischen Realität ein Land „der Richter und Henker“ zu sein, bediente man sich gerne der Allegorie, der wahre Kern läge im Lande „der Dichter und Denker“.

Die sozialen Bewegungen der 60er bis 90er Jahre entwickelten die „Adenauer-Republik“ nachhaltig weiter. Sie schufen das, was man aus der Retrospektive heute, als Breiten- oder Basiskultur bezeichnen würde.

Es „erschufen sich“ Stadtteilzentren, Kunstvereine, Musikinitiativen und Umweltverbände. Neben den Universitäten entstanden Geschichtswerkstätten und Sommerhochschulen und die Museen der Industriekultur fanden ihren Platz neben den Tempeln der Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Parallel hierzu entwickelten sich staatlich organisierte Film- und Musikfestivals und Kultur und Kunst fanden ihren Ort bis weit jenseits der Metropolen. Trotzdem blieb Kultur in den meisten Landesverfassungen bis in die Gegenwart „eine freiwillige Aufgabe“ staatlichen Handelns.

Diese breite Grundlage kultureller Begegnung, ja kultureller Streitbarkeit, erodierte zunehmend ab den 1990er Jahren.

Die Internationalisierung des Welthandels, die durchgreifende Ökonomisierung aller Lebenswelten und die zunehmende Inszenierung und Eventisierung des Alltags, sowie letztendlich die Ausgestaltung zentraler Lebensfunktionen im Internet, führten in vielen Bereichen der Gesellschaft zu einer „Entortung“ und „Entpersonalisierung“ der Lebenszusammenhänge und in rascher Folge zur Infragestellung von Sinnzusammenhängen und kulturellen Identitäten.

Kultur fand nicht mehr durch, sondern mit und für den Menschen statt. Dies zeigt sich in heutigen Ausdrucksformen, wie der permanenten Notwendigkeit der Organisation von Ehrenamt in Agenturen oder in der Verwechslung von Theaterbesuchen mit „Butterfahrten“ zur Festivalarena „König der Löwen“ in Hamburg.

Trotz all dieser Erosionsprozesse hat der gesellschaftliche Kitt eines gemeinsamen „kulturvollen Handelns“ in der sogenannten „Corona-Krise“ im Wesentlichen gehalten. Möglicherweise waren es gerade die Jahrgänge des „Wertemix“ der 70er und 80er Jahre, also die Akteure der „alten Republik“ der Vorwendezeit, die in einer bemerkenswerten Mischung „aus preußischer Disziplin“ und innerer Freiheit, das Regelwerk des Alltags und den inneren Frieden der Republik zusammengehalten haben.

Umso mehr bedarf es nun mit dem vermeintlichen „Abklingen der Corona-Pandemie“ einer klaren Positionierung der kulturellen Träger, aber auch der staatlichen Alimenteure. Die Entwicklungen in der Corona-Krise haben bewiesen, dass „Kultur eine langfristige Nahrungsquelle“ ist.

Gerade in Zeiten der Flexibilisierung von Gesellschaften, sind nicht nur Gehalt und Arbeitsplatz, sondern gerade auch das kulturelle Umfeld, eine Standortentscheidung.

Indem Menschen kulturell schaffend tätig sind, verändern sie aktiv ihr soziales Umfeld. Das heißt, Menschen, die sich für einen Standort entschieden haben, entwickeln diesen durch Aktivitäten bewusst und unbewusst für Nachfolgende weiter und verändern deren Rahmenbedingungen.

Als Pendant zur Globalisierung entsteht ein steigendes Bedürfnis das eigene Umfeld als einen „besonderen Ort“ definieren zu können, das heißt, authentische, historische Stätten, intakte Naturensembles, gesunde Lebensbedingungen und Chancen sich selbst kreativ auszudrücken gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Nicht zuletzt bildet dann auch das materielle kulturelle Potential und der pflegliche Umgang mit demselben das Rückgrat zu neuer Wertschöpfung.

Kultur schafft Identität. Die seelenlosen Betonwüsten der Vorstädte sind Indizien einer gegenteiligen Entwicklung. Die achtlose Vernachlässigung gewachsener kulturräumlicher Beziehungen, führt ganz automatisch zum Verlust gesellschaftlicher Bindeklammern.

Gerade in „Corona-Zeiten“ die in besonderer Art und Weise durch Solidarität und Endsolidarisierung geprägt sind, und vor dem Hintergrund wachsender nationaler Egoismen, ist es für demokratische Gesellschaften angeraten der „Kultur den Rücken zu stärken“ und dies meint explizit einen grenzüberschreitenden, einen internationalen Kulturbegriff.

Gerhard Lenz M.A., Geschäftsführer Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH/Direktor Stiftung Welterbe im Harz

Zur aktuellen Sonderausstellung am Rammelsberg: Menschen „neben“ der Arbeit

„Orte der Arbeit“, die aktuelle Sonderausstellung am Ort der Arbeit Rammelsberg: In der Eindickern der Aufbereitungsanlage finden Sie mehr als einhundert Darstellungen zur handwerklichen und industriellen Produktion aus fünf Jahrhunderten. In manchen steht das technische Umfeld im Fokus des jeweiligen Künstlers, in anderen ist es der Mensch, der sich dieses Umfelds bedient oder auch scheinbar von ihm gesteuert wird.

Ein Bild scheint sich diesen Kategorisierungen zu entziehen, denn weder gibt es einen Produktionsprozess wieder, noch sind Menschen als Teile solcher Prozesse darin auszumachen. Richard Gessners Aquarell „Jahrmarkt vor der Hütte“ aus dem Jahr 1950 gehört mit seinen Abmessungen von 48 x 41 cm zu den eher kleinen Exponaten, die der Clausthaler Sammler Prof. Volkmar Neubert dem Rammelsberg ausgeliehen hat.

Aquarell „Jahrmarkt vor der Hütte“ von Richard Gessners, 1950
Foto: Weltkulturerbe Rammelsberg

Im Bildvordergrund ist ein bunter Flickenteppich von Jahrmarktsbuden und Fahrgeschäfte zu sehen, zwischen denen sich einige wenige Menschen, lediglich als bunte Farbtupfer erkennbar, bewegen. Die abendliche Szenerie ist in ein mattes Licht getaucht, das seinen Ursprung in den Buden hat. In seinen schwächer werdenden Schein sind auch die Wohngebäude im Mittelgrund einbezogen. Eine Deutschlandfahne und ein Union Jack in der Bildmitte fügen sich beinahe organisch in das bunte Gewirr ein. Im Hintergrund wird dieses von der finsteren Szenerie einer alles überragenden Hüttenlandschaft abgeschlossen. In ihrer dunklen Massigkeit suggeriert sie dem Betrachter, dass das bunte Treiben inmitten der Wohnhäuser lediglich auf Zeit besteht, als kurzer Lichtblick in einer ansonsten von schwerer Arbeit im Hüttenwerk dominierten Lebenswelt.

Möglicherweise handelt es sich bei der Industriekulisse um das Huckinger Hüttenwerk, die späteren Hüttenwerke Krupp Mannesmann, denen Gessner sein Schaffen seit Ende der 1920er bis in die 1960er Jahre zugewandt hat. Eine detailgetreue Darstellung strebt der Künstler nicht an. Vielmehr zieht das Werk seine Kraft aus dem offensichtlichen Kontrast zwischen kurzweiliger „Freizeit“ der Menschen und der beständigen Gegenwart des Arbeitsortes. Dieser wirkt bedrohlich, und doch gibt er den Menschen Rahmen und Sicherheit.

Die Ausstellung bleibt noch mindestens bis Ende November geöffnet. Eine reich bebilderte Begleitbroschüre ist am Rammelsberg erhältlich.

Eine neue alte Grubenbahn und die alte Grubenbahn

Schon an oftmals haben wir hier im Blog über unsere Grubenbahn berichtet, genau wie über die Restaurierung von einzelnen Wagen.  Die Fahrt mit der Grubenbahn im Rahmen der Führung „Mit der Grubenbahn vor Ort: Bergbau im 20. Jahrhundert“ ist für viele Besucher das eigentliche Highlight ihres Besuches am Berg. Allerdings durften wir seit Mitte März diese Führung in der bekannten Form aufgrund der Coronalage nicht anbieten.

Gegensätze, eine Lok ist bereits fertig restauriert

Aber wir waren in der Zwischenzeit nicht untätig und haben die Führung auf komplett auf neue Füße bzw. Räder gestellt. Statt mit den bekannten gelben geschlossenen Wagen dürfen wir mit zehn Gästen in offenen Wagen in den Berg fahren. Dies ist ab sofort möglich und macht richtig Spaß!

ein ganz beonderes Erlebnis ist die Fahrt mit den offenen Wagen durch den Berg

Die offenen Personenwagen sind sogenannte Beifahrerwagen. Was ist ein Beifahrerwagen, das wird wie folgt beschrieben: „Unter bestimmten Betriebsverhältnissen war es notwendig, Züge mit zwei Bergleuten zu besetzen. Der zweite Mann neben dem Lokfahrer hatte die Aufgabe, während der Zugbeladung das Rollloch zu bedienen und beim Rangieren die Wagen zu kuppeln. Da auf den Akkulokomotiven nur Platz für einen Mann war, baute man alte Erzförderwagen um, indem man seitlich Einstiegsöffnungen einschnitt und innen in Federn aufgehängte Holzbänke einsetzte. Zum Teil wurden diese Wagen auch im Personentransport auf geringer belegten Strecken  eingesetzt.“

In dem Zug fahren unsere Gäste mit zwei 2 Sitzer-Wagen und zwei 3-Sitzer-Wagen. Die 3-Sitzer-Wagen sind Prototypen eines umgebauten Granby-Wagens, die kleineren 2-Sitzer-Wagen sind umgebaute 1000 l Förderwagen. Die oben beschriebenen an Federn aufgehängten Sitze wurden inzwischen durch Bänke mit gepolsterten Rückenlehnen ersetzt. Gezogen wird der Zug von einer Akkulok mit der Bezeichnung SSW EL 9, die seit Anfang der 1950er Jahre am Erzbergwerk Rammelsberg in Betrieb war. Wer sich genauer über den Bahnbetrieb und die eingesetzten Fahrzeuge am Rammelsberg informieren möchte, dem empfehlen wir das 2008 erschienene Buch „Auf stählerneren Wegen“ von unserem Grubenführer Stefan Dützer, aus diesem auch die oben aufgeführten Informationen stammen.  

Ab sofort fahren die Besucher mit den ehemaligen „Beifahrerwagen“ in den Rammelsberg!

Und was macht die bekannte Grubenbahn? Die gelben Wagen und die zughörien Loks mit den betriebsinternen Nummern 14 und 15 werden in der Zwischenzeit von unseren Technikern generalüberholt. Nach schätzungsweise mehr als 100.000 Kilometern Fahrleistung gibt es nicht nur turnusgemäß neue Bremsen, sondern der Zug erhält eine Grundsanierung und am Ende auch einen neuen Anstrich in Signalgelb. 

neuer Anstrich

Die Loks und Wagen stehen momentan zerlegt in der Schlosserei. Genau an dem Ort, an dem sie vor über 40 Jahren zusammengebaut worden sind. Denn die Loks sind am Rammelsberg konstruiert und gebaut wurden. Antriebe und Elektrik stammen von namhaften Herstellen, aber beispielswiese die Lokkästen wurden in einem Schwesterbetrieb in Oker geschnitten und am Rammelsberg zusammengeschweißt. Bei unserer Führung „Blick hinter die Kulissen“ werfen die Besucher selbstverständlich auch einen Blick in die Schlosserei und können sich über den Fortgang der Arbeiten ein Bild machen.

das Innenleben einer Grubenlok

Erinnerung im Maßstab 1 : 87: Modelle als Gedächtnisobjekte

Jeder speichert im Laufe seines Lebens eine riesige Menge an eigenen Erinnerungen und an Geschichtserfahrungen in seinem Gedächtnis. Dabei wird die persönliche Erinnerung mit historischen Ereignissen auf eine sehr individuelle Art und Weise miteinander verknüpft. So notierte beispielsweise der Schriftsteller Franz Kafka am 2. August 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs in sein Tagebuch: „Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. – Nachmittags Schwimmschule.“[1] Selbst die unmittelbare Erinnerungsnotiz in einem Tagebuch vermischt Öffentliches mit Privatem, Allgemeines mit Besonderem und zeigt die Vielzahl an Varianten von Erinnerungen im historischen Kontext.

Bei der Beschäftigung mit der persönlichen Erinnerung geben entsprechende neurologische Befunde zu bedenken, dass die menschliche Erinnerung zum Flüchtigsten und Unzuverlässigsten gehört, dass es gibt. Doch gleichzeitig ist die Erinnerungsfähigkeit ein wesentliches Merkmal von dem, was Menschen erst zu Menschen macht. „Die je eigenen biographischen Erinnerungen sind unentbehrlich, denn sie sind der Stoff, aus dem Erfahrungen, Beziehungen und vor allem das Bild der eigenen Identität gemacht ist.“[2]

Die Erinnerungen eines Menschen sind nicht austauschbar und nicht übertragbar. Jeder Mensch besitzt seine eigene Lebensgeschichte, die er aus einer spezifischen Position wahrnimmt. Doch die einzelnen Erinnerungen existieren nicht isoliert nebeneinander, sondern sind mit anderen Erinnerungen vernetzt. Dadurch wirken Erinnerungen verbindend und können Gemeinschaft erzeugen.

Nur ein kleiner Teil unserer Erinnerungen ist im Gedächtnis aufbereitet und dient zur Erzählung unserer Lebensgeschichte. Ein großer Teil der Erinnerungen „schlummert“ quasi im Verborgenen des Gedächtnisses und wird meistens erst durch einen äußeren Anlass wieder in Erinnerung gebracht. Mit Hilfe von Dingen, hat Maurice Halbwachs aufgezeigt, kann eine sinnliche Präsenz erzeugt werden, die das individuelle Erinnern aktiviert und zum Teil einer sprachlichen Aufbereitung macht. Denn für die Erinnerung bedarf es nicht nur eines Gedächtnisses, sondern auch externer Erinnerungsspeicher und dazu eignen sich besonders Dinge. Damit hat die Gegenwart der Dinge einen Anteil an der persönlichen Erinnerung.[3]

In den Nachlässen Rammelsberger Bergleute befinden sich eine Vielzahl an solchen dinglichen Erinnerungsspeichern. Ein Teil dieser Erinnerungsspeicher werden dem Weltkulturerbe Rammelsberg von den Nachfahren, den Töchtern oder im vorliegenden Beispiel, dem Sohn übergeben. Dieser Nachlass eines ehemaligen Rammelsberger Hauers, der 35 Jahre am Bergwerk gearbeitet hat, besteht zu einem großen Teil aus verschiedenen Modellen, in denen bergmännische Tätigkeiten im Maßstab 1 : 87 nachgebaut sind. Besonders auffällig ist das Modell des Rammelsberg-Schachtes mit übertägigem Fördergerüst.

Abb. 1: Modell des Rammelsberg-Schachtes. Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg.
 Schenkung Dieter Luft aus dem Nachlass von Helmut Luft, 2020.  

In diesem Modell sind individuelle Erinnerungen der bergmännischen Arbeit am Erzbergwerk Rammelsberg kombiniert mit historischen Entwicklungsstufen bergbaulicher Technik. Entstanden ist ein persönliches „Erinnerungsmodell“, das nur in einigen Teilbereichen der historischen Realität entspricht. Auf den verschiedenen Sohlen des Grubengebäudemodells werden traditionelle und moderne Abbauverfahren vorgestellt, die in dieser Form weder zeitgleich, noch in dieser Anordnung im Grubengebäude existiert haben. Der Aufbau des Modells ist ein Einblick in die persönlichen Erinnerungsmomente, die insbesondere gekoppelt sind an die technischen Entwicklungsphasen des Bergbaus am Rammelsberg, die der Modellbauer als ehemaliger Bergmann dort erlebt hat, aber die auch nach seiner Verrentung  die Modernisierung des Abbaubetriebs prägten. An einigen Stellen sind zusätzlich Szenen von Vorgängen eingesetzt, die ein weiterer Teil seiner bergmännischen Identität mit bestimmten, wie etwa die Darstellung einer Grubenwehrübung oder der offensichtliche Blick in den traditionellen Roeder-Stollen, der an dieser Stelle im realen Grubengebäude gar nicht möglich wäre.

Abb. 2:  Handskizze als Vorlage für den Aufbau des Rammelsberg-Schacht-Modells.
Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg. Schenkung Dieter Luft aus dem   
Nachlass von Helmut Luft, 2020.  

Die Bewahrung dieses Nachlass seines Vaters zeigt die enge Verbindung auch des Sohns zur bergmännischen Arbeit, die er selbst nicht ausgeführt hat. Der Vater hat dem Sohn viel von seiner Arbeit am Erzbergwerk Rammelsberg erzählt und er hat die Modelle in Zusammenhang mit seinem Bergmannsleben gesetzt. Der Sohn gab den Nachlass an das Museum, weil er befürchtete, dass spätere Generationen die Verbindung zwischen seinem Vater und der bergmännischen Arbeit nicht mehr würden herstellen können. Diesen Verlust an lebensgeschichtlicher Erinnerung wollte er verhindern in der Hoffnung, dass die Dinge im Museum, weiterhin der Erinnerung an die Arbeit des Vaters dienen.

Dieses Beispiel verdeutlicht auf sehr anschauliche Weise, wie die Bedeutung von Gedächtnisobjekten (Andenken) sich im Familiengedächtnis wandeln, weil sie im Laufe der Zeit auf veränderte Gegenwartsbezüge treffen. Dieser Wandlungsprozess wird zudem begleitet von einem veränderten Blick der verschiedenen Generationen auf die Sprache der Dinge. Das Modell des Vaters, das dieser zur Erinnerung an seine Arbeit gebaut hatte und das als Erinnerungsspeicher auch noch für sein Sohn funktionierte, wird von den Enkeln wahrscheinlich nur noch sehr eingeschränkt interpretierbar. Deshalb soll das Museum diese Dinge in der Hoffnung übernehmen, den persönlichen Erinnerungsspeicher des Vaters zu bewahren. Das ist aber nur sehr eingeschränkt möglich. Mit der Übergabe der Andenken an das Weltkulturerbe Rammelsberg beginnt ein Prozess der bei der Weitergabe von Dingen an museale Einrichtungen immer eine Rolle spielt, die bei Objekten aus privaten Sammlungen besonders spezifisch sein kann. Objekte werden durch den Übergang ins Museum aus vormaligen Kontexten entfernt. Die vormuseale Biographie kann in der Phase der Musealisierung verloren gehen und dann nicht mehr vollständig rekonstruiert werden können.[4] Erinnerungsstücke, die ins Museum gegeben werden „mutieren dort zu Museumsobjekten und durchlaufen […] eine `kühle Transformation´ durch die jegliche subjektive Anhaftung eliminiert und für alle Zeit entfernt wird. Damit wird der `lebendige Faden´ zwischen dem Objekt und seinem Besitzer, (…) durchtrennt und der `systematischen´ Instanz des Museums überantwortet.“[5] Doch diese subjektiven Dimensionen der Dingdeutungen sollten durch die Musealisierung nicht verloren gehen, weil sie einen kulturellen und gesellschaftlichen Wert darstellen, der im musealen Raum vermittelt werden sollte.   


[1] Zitiert bei: Hans Günter Hockerts: Zugänge zur Zeitgeschichte: Primärerfahrung, Erinnerungskultur, Geschichtswissenschaft, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 28, 2001, S. 17. 

[2] Aleida Assmann: Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006, S. 24.

[3] Vgl. Maurice Halbwachs: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen, Frankfurt a.M. 1991, S.163ff. 

[4] Vgl. Nina Henning: Objektbiographien, in: Stefan Samida / Manfred K.H. Eggert / Hans Peter Hahn (Hrsg.): Handbuch Materielle Kultur. Bedeutungen, Konzepte, Disziplinen, Weimar 2014, S. 234-237, S. 236.

[5] Udo Gößwald: Die Erbschaft der Dinge. Eine Studie zur subjektiven Bedeutung von Dingen der materiellen Kultur, Graz 2011, S.7.

Reisen in den Schoß der Mutter Erde: Montantourismus am Rammelsberg

Hurra! Inzwischen dürfen wir am Rammelsberg wieder Unter-und Über-Tage-Führungen für Besucher anbieten. Das ist wunderbar, denn bereits zu Betriebszeiten des Erzbergwerks gab es immer wieder Reisende, die in den Rammelsberg einfahren durften. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert war der Harz eines der beliebtesten Reiseziele Europas.

Doch wer reiste in den Harz? In Kaspar Friedrich Gottschalks „Taschenbuch für Reisende“ von 1806 findet sich hierzu folgendes: „Die Kenntnisse, welche man sich auf einer Reise über den Harz erwerben kann, sind so mannichfach, als es die Wissenschaften selbst sind. Am Vorzüglichsten wird der Mineraloge, der Naturhistoriker, der Geologe, der Botaniker, der Altertumsforscher, der Historiker, der Forstmann, der Mahler und jeder Freund der Natur sich befriedigt fühlen. (…)“ Und weiter schreibt er: „Da der Berg und Hüttenbau die Hauptmerkwürdigkeit des Harzes ist, so verdient er auch (…) von jedem gesehen zu werden. (…)“

Neben den so genannten Sommer- und Winterfrischlern kamen besonders aus den nahe gelegenen Universitäten Göttingen und Halle außerdem Forschungsreisende aller Fachgebiete in den Harz. Sie führten beispielsweise Vermessungen durch, wie der Biologe und Geograph Eberhard August Wilhelm von Zimmermann. Im Jahre 1775 nahm er am Brocken und am Rammelsberg eine barometerische Höhenmessung vor.

Montantouristen um 1910 am Rammelsberg, Sammlung Weltkulturerbe Rammelsberg

Und diese so genannten Montantouristen strömten in die Bergwerke und Hütten. Berühmte Reisende waren darunter, beispielsweise Gottfried Wilhelm Leibniz, Charles des Montesquieu, Johann Wolfgang von Goethe, Georg Christoph Lichtenberg, Heinrich von Kleist, Heinrich Heine, Hans-Christian Andersen, Jerome Bonaparte, Friederike von Anhalt-Bernburg, König Georg V. von Hannover, Wilhelm Raabe, Ricarda Huch und viele weniger berühmte, aber nicht minder wichtige, die sich von einem Besuch Unter Tage ein einzigartiges Erlebnis versprachen. Diese Fremden mussten Fahrgeld entrichten und erhielten auch eine Fahrkleidung. Die Dauer dieser Befahrung war sehr unterschiedlich. Der Privatgelehrte Karl Julius Weber, der in Göttingen Jura studierte schreibt 1826, dass eine Reise in den Harz die interessanteste Tour sei, die man machen könne und diese zu seinen angenehmsten Erinnerungen gehöre. Die Reisenden, so Weber, unternehmen auch eine Grubenfahrt und man bleibe „ohngefähr eine Stunde im Schooße der Mutter Erde“.

Auch Frauen trugen sich in die Fremdenbücher ein, in denen noch heute die Namen der Reisenden zu lesen sind. Bereits 1703 heißt es in einem Bericht, dass sich aber die Weibes-Personen in einen Berg-Habit verkleiden müssten, da sie sonst mit ihren langen Röcken auf den Fahrten (Leitern) nicht fortkommen könnten.

Und was gab es dort zu sehen? Ein für die Fremden aufregendes Erlebnis wardas so genannte Feuersetzen am Rammelsberg. Hier wurden an den Wochenenden große Feuer entfacht um das sehr harte Erz zu lösen. War das Reisen in die Unterwelt grundsätzlich ein beispielloses und aufregendes Erlebnis,so verstärkten diese Feuer noch den Eindruck einer furchteinflößenden fremden und geheimnisvollen Welt. Heinrich von Kleist schrieb: „In Goslar fuhren wir in den Rammelsberg, wo in großen Höhlen die Erze mit angezündeten Holzstößen abgebrannt werden und alles vor Hitze nackend arbeitet. Man glaubt in der Hölle oder doch wenigstens in der Werkstatt der Zyklopen zu sein. (…)“

Jerome erlebt das Feuersetzen (Mittelbach)

Sicherheit gaben die Fremdenführer, die die Besucher an die Hand nahmen. Es waren grundsätzlich Betriebsangehörige, die in der Nähe wohnten, wie beispielsweise der Bergmeister Stelzner vom Rammelsberg. Er, so hieß es in einem Reisebericht, führe die Besucher mit „außerordentlicher Gefälligkeit in den Eingeweiden des Berges“ herum. Die einzigartigen Erlebnisse wurden nach dem Besuch häufig niedergeschrieben und einige dieser Reiseberichte sind auch heute noch erhalten. Aber nur wenige Montantouristen waren in ihrer Beobachtung und in der Beschreibung der Verhältnisse so wunderbar poetisch wie Hans-Christian Andersen. Der Dichter verfasste einen längeren Bericht über seine Einfahrt in den Rammelsberg: “ (…) Wir bekamen einen Führer, er zündete sein Grubenlicht an, öffnete nun eine große Tür, und – es ward mir ganz wunderbar ums Herz – wir traten ein. (…) Bergleute mit ihren Grubenlichtern begegneten uns; „Glück auf!“ war der gegenseitige Gruß (…) ein Kaufmann aus Goslar begleitete mich, ich hielt mich an ihm an, obgleich es nur ein schmales Brett war, auf dem wir vorwärts schritten. (…) ein Gang durchkreuzte den andern, und der Führer verschwand mehrere Male vor unsern Augen. (…) Es ist doch ein wunderbarer Gegensatz zwischen dem abwechselnden Leben des Seemanns und dem einförmigen des Bergmanns. Mit geschwellten Segeln fliegt jener von Küste zu Küste (…). Für den Bergmann hingegen gleitet ein Tag wie der andere dahin. (…)“

Im Jahre 1837, sechs Jahre nach dem Besuch von Andersen, erschien der erste schriftliche Fremdenführer für den Rammelsberg, verfasst von dem Bergbeamten Carl Koch. Er berichtet in nüchternen Fakten von der besonderen Arbeitswelt der Bergleute. Doch in der Vorrede dieses Büchleins ist zu lesen: „Weithin ist der Rammelsberg mit seinem Bergbaue und durch die Eigentümlichkeit desselben berühmt. Von nah und fern strömen Fremde herbei, um ihn zu befahren und kennen zu lernen. Oft, wenn es die Zeit erlaubt, bin ich Begleiter derselben, und dann macht es mir Freude, den Besuchern in Kürze mitzuteilen, was diese kleine Broschüre enthält.“

Also strömen Sie herbei! Denn heute jedoch gibt es neben mannigfaltiger Literatur auch eine große Anzahl von sehr gut ausgebildeten Grubenführern, die Ihnen kompetent die faszinierenden Über-Tage-Anlagen und nun endlich auch wieder den Roeder-Stollen zeigen können.

Besondere Zeiten, besondere Verantwortung

Nach Zeiten der Kurzarbeit sind wir Rammelsberg-Mitarbeiter an unseren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Wir haben unsere Welterbestätte vermisst und auch den Alltag, der mit unseren Tätigkeiten zusammenhängt.

Nach anfänglicher Freude wieder hier zu sein und spätestens nach einer in ihrer Art ungewohnten Betriebsversammlung in der riesigen Waschkaue, selbstverständlich mit Sicherheitsabstand und Mundschutz, wurde uns klar, dass sich einiges verändert hat. Natürlich hatten wir damit gerechnet, aber es ist immer etwas anderes, sich etwas vorzustellen oder mittendrin zu sein.

Auf dem gesamten Gelände unserer Welterbestätte herrscht Maskenpflicht für die Besucher, aber auch für uns Mitarbeiter. Aber damit kann man leben. An die geforderten Abstandsregeln haben wir uns inzwischen so sehr gewöhnt, dass man sich zum Beispiel beim Anschauen von Filmen immer mal wieder dabei ertappt, wie man eigentlich die Schauspieler auf Übertretungen hinweisen möchte. Und die bei uns aufgestellten Desinfektionsspender können wahrlich nicht übersehen werden.

Die Erzaufbereitung heißt Sie HERZLICH WILLKOMMEN

Nach und nach hat es sich inzwischen herumgesprochen: DER RAMMELSBERG IST WIEDER GEÖFFNET! Und die Besucher kommen und haben – weil noch nicht in Massen – das riesige Gelände fast für sich allein. So können sie loslassen und sich auf Entdeckungsreise begeben:  Zum Beispiel in die Waschkaue mit den Kleiderkörben an der Decke, bei der man den Eindruck hat, dass im nächsten Moment die Bergleute wieder zur Tür rein kommen könnten. Dann geht es hinaus auf die langgestreckte Werksstraße! Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf die Erzaufbereitungsanlage und das Gebäude der ehemaligen Kraftzentrale mit dem Türmchen. Auch findet man zahlreiche Gerätschaften, Schilder, Maschinen und andere Gegenstände mit Arbeitsspuren, die noch aus Betriebszeiten stammen und bisweilen sogar nie ihren angestammten Platz verlassen haben. Dies sind für viele Besucher einmalige Fotomotive.

Museumshaus Erzaufbereitung

Von der Werksstraße aus kann man die Dauerausstellungen im ehemaligen Magazingebäude, in der Kraftzentrale und in der Erzaufbereitung besuchen. Sie bieten allen Besuchern die Gelegenheit noch mehr zu entdecken und stundenlang abzutauchen in naturwissenschaftliche, soziale, kulturelle, technische und historische Themen. Familien mit Kindern erhalten an der Kasse kleine Museumsspiele, die beim Entdecken der „Rammelsberg-Schätze“ helfen, eine abschließende Belohnung inbegriffen. Glücklicherweise ist auch unser Restaurant wieder geöffnet, so dass einer zwischenzeitlichen Stärkung nichts mehr im Wege steht. Die Sonderausstellung „Orte der Arbeit – Gemälde und Grafiken aus der Sammlung Volkmar Neubert“ kann selbstverständlich ebenfalls besucht werden und wurde im Blog von meinen Kollegen bereits ausführlich beschrieben.

Turm der Kraftzentrale

Also es gibt viel zu sehen am Rammelsberg, auch wenn Führungen über – und unter Tage leider noch nicht erlaubt sind und die meisten Programme, Führungen und Aktionen, die im Veranstaltungskalender stehen, leider nicht wie geplant stattfinden können. Und selbstverständlich vermissen wir die Schulklassen und die derzeit herrschende, fast andächtige Stille in der Lohnhalle ist reichlich ungewohnt. Doch was soll´s: Wir sind froh, dass es wieder losgeht, und freuen uns, Sie bald einmal bei uns begrüßen zu dürfen!