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Zerkleinern, flotieren, entwässern: Wie funktioniert Erz-Aufbereitung?

Die Erzaufbereitung des Rammelsberges schmiegt sich in den Hang. Foto: Stefan Sobotta

Die Aufspaltung des Rammelsberger Erzes in seine einzelnen Komponenten war wegen der feinkristallinen Struktur der Minerale und der engen Verwachsung der Partikel äußerst schwierig. Die Korngröße der einzelnen Minerale liegt bei 0,02 bis 0,04 mm, und auf diese geringe Größe musste das Erz zerkleinert werden, bevor es im Zuge der Flotation – bedingt aufgetrennt werden konnte.

Rammelsberger Erz aus der Serie „Hommage au Rammelsberg“ des Bildhauers Christoph Wilmsen-Wiegmann

Ziel der modernen Aufbereitung am Rammelsberg war daher die Zerkleinerung des Erzes und die Anreicherung der Wertminerale in Konzentraten – Stoffgemischen, in denen jeweils ein bestimmtes Mineral in hoher Konzentration enthalten ist.

Schematische Darstellung des Aufbereitungsprozesses (aus: Erzaufbereitungsanlagen in Westdeutschland, Berlin, Göttingen, Heidelberg 1955.)

Die Metallsulfide rein zu gewinnen war nicht möglich, eben weil ihre Verwachsung mit anderen – wertlosen – Mineralien und auch anderen Metallsulfiden so intensiv war und eine noch so feine Vermahlung die Korngröße zwar reduziert, dies aber nicht zu eine exakten Trennung geführt hätte. So waren die Endprodukte der Aufbereitung Mischkonzentrate, in denen andere Metallsulfide und taubes Material enthalten waren. Aus ihnen aber konnten die Hütten mit vertretbarem Aufwand die gewünschten Metalle erschmelzen.

Detail Rammelsberger Erzaufbereitung. Bedienungsmodule der Backenbrecher. Foto: Bernd Aßmann

Weil die Minerale unterschiedlich große Kristallstrukturen haben, hatte die Art der Verwachsung zudem Einfluss auf den notwendigen Zerkleinerungsgrad und auf den Einsatz der Reagenzien in der Flotation. Kristallgröße und Verwachsungsgrad sowie die Verwachsungsart waren für den Aufbereiter diejenigen Variablen, die er im Aufbereitungsprozess steuern musste, mit dem Ziel, eine größtmögliche Anreicherung in den Konzentraten zu erhalten.

Detail aus der Rammelsberger Erzaufbereitung – Flotationsebene. Foto: Bernd Aßmann

Bedingt durch die Entstehung der Erzlagerstätte setzen sich die Erze recht unterschiedlich zusammen. In früheren Jahrhunderten, als der Abbau unter zahlreiche Betreiber aufgeteilt war, wurden sie in verschiedenen Gruben weitgehend unvermischt gewonnen.

Detail aus der Rammelsberger Erzaufbereitung – Kugelmühlen. Foto: Bernd Aßmann

Im modernen, mechanisierten Bergbau war das Angebot an unterschiedlichen Erzsorten dagegen wesentlich höher und damit auch die Schwankungen der Metallgehalte des geförderten Gutes. Für die Aufbereitung war dies nachteilig, weil der Prozess immer neu nachgesteuert werden musste. Dem suchte der Betrieb zu begegnen indem er den Grad der Vermischung so sehr erhöhte, dass die Schwankungen der Inhaltsstoffe über lange Zeiträume hinweg relativ gering blieben.

Auszug aus dem kürzlich erschienenen Rammelsberger Leitfaden 02: Hans-Georg Dettmer/Herbert Westermann. …das Gute von dem Tauben mit Fleiße absondern – Die Erzaufbereitung am Rammelsberg.
Erhältlich im Museumsshop.

TIPP: Besuchen Sie unsere täglich stattfindende Führung „Vom Erzbrocken zum Konzentrat“

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