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Wann kommen die Skulpturen?

Morea Kuhlmann arbeitet als wissenschaftliche Volontärin am WELTKULTURERBE Rammelsberg. In ihrem Blogbeitrag berichtet sie über die spannenden Erfahrungen beim Aufbau der Ausstellung „Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950“.

Das war eine Frage, die ich unserem Sammlungskurator wohl des Öfteren gestellt habe. Als sie dann endlich da waren – schon einige Wochen vor der Ausstellung – konnten wir es nicht abwarten, endlich eine von ihnen auszupacken. Wochenlang hatten wir während der Vorbereitungen wie beim Schreiben der Ausstellungstexte und der Planung des Ausstellungsaufbaus die Skulpturen nur in kleinen Schwarz-Weiß-Bildern mit abstrakten Maßangaben vor uns liegen gehabt. Nun wollten wir sie endlich einmal in natura betrachten!

Skulptur vor dem Auspacken - Ausstellung Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950

Ungeduldig zogen wir einen der Kartons heraus. Das enorme Gewicht des Kartons kündigte schon an, dass es sich um eine der „größeren“ Skulpturen handelte.  Die Verpackungs- und Transportfirma hatte ganze Arbeit geleistet. Wir mussten uns durch diverse Schichten von Schaumstoff, Noppenfolie, Klebeband und Seidenpapier kämpfen, bis das gute Stück endlich zum Vorschein kam. Dann lag die ausgepackte Skulptur vor uns –  ein junger Bergmann, lässig auf seine Spitzhacke gelehnt, in die Ferne schauend. Das warme, leicht schummrige Licht in den Eindickern warf einen goldenen Schein auf die glänzende Bronze der Skulptur. Der Künstler hatte diesen Bergarbeiter in idealer Schönheit dargestellt. Nur mit Hose und  Hut bekleidet, wird die perfekte Modellierung des muskulösen Oberkörpers und der sehnigen Beine und Füße betont. Ich war fasziniert. Wir stellten ihn auf einen Sockel, von wo aus er während der weiteren Vorbereitungen über uns hinweg blickte.

Skulptur nach dem Auspacken - Ausstellung Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950Mittlerweile haben fast alle Skulpturen ihren Platz gefunden. Das heißt, ich habe bereits über 80 Skulpturen aus ihrem Gefängnis aus Noppenfolie befreit und es war jedes Mal wieder spannend, welches Kunstwerk daraus zum Vorschein kam. Alle Skulpturen mussten in ihre Räume verteilt werden, wozu ich manches Mal männliche Unterstützung brauchte, denn die Skulpturen waren bis zu 70 Kilogramm schwer.

Es war für mich faszinierend zu sehen, wie die Ausstellung nach und nach immer mehr Gestalt annahm: Weitere Sockel wurden fertig, die dann grundiert, gestrichen und in die Ausstellungsräume gebracht wurden. Die Skulpturen wurden plaziert, Lichter gesetzt, Sockel befestigt, Objektbeschriftungen angebracht und Textfahnen aufgehängt. Allein die Anbringung von Textfahnen und des Außenbanners hat drei Tage gebraucht. Viele Leute sind in die Vorbereitung der Ausstellung eingebunden: Techniker, Schreiner, Maler, Grafiker, Wissenschaftler. Und auch wissenschaftliche Volontärinnen wie ich müssen die Schleifmaschine, den Pinsel oder die Bohrmaschine in die Hand nehmen. Von wegen Schreibtischjob…  Soviel Muskelkater wie in den letzten Wochen hatte ich schon lange nicht mehr!

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

 

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