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Zur Erinnerung an John Chamberlain

Skulptur Silver von John ChamberlainDer Künstler John Chamberlain ist am 21. Dezember 2011 im Alter von 84 Jahren in New York verstorben. Die am Weltkulturerbe Rammelsberger im Ausstellungshaus Magazin präsentierte Skulptur Silver stellt das Pferd von Ritter Ramm dar, welches der Sage nach eine Erzstufe des Rammelsberges frei gescharrt haben soll und somit die Voraussetzungen dafür schuf, dass der Ritter das Erzlager des Rammelsberges entdecken konnte. Laut Sage wurde Ramm von Otto I. geehrt, indem der Berg seinen Namen erhielt: Rammelsberg.

Die Skulptur des Pferdes nimmt in Chamberlains Werk einen herausragenden Platz ein: sie ist, im Gegensatz zu seinen anderen Skulpturen, als einzige gegenständlich. John Chamberlain gilt als einer der Wegbereiter der Pop Art, seine Arbeiten zählen zum abstrakten Expressionismus und bei den von ihm geschaffenen Skulpturen verschmelzen die Grenzen zwischen Objekt und Malerei. Er benutzte hauptsächlich Autoschrott, den er zu expressiven Raumassemblagen (Collage mit plastischem Charakter, häufig auf einer Grundplatte) komponierte.

Chamberlain schuf die Skulptur Silver 1994 für eine thematische Wanderausstellung. Die Hilfsorganisation „Children in Crisis“ hatte Künstler dazu aufgerufen, Kunstwerke zu schaffen, die zugunsten bosnischer Kinder versteigert werden sollten. Die Idee zu der Aktion stammte von einer New Yorker Galeristin, die ihre Kontakte nutzte, um über 50 internationale Künstler für die Aktion zu gewinnen. Diese sollten das Motiv Schaukelpferd künstlerisch verändern. Die Wanderausstellung war in den Städten Hamburg, Bielefeld und Goslar (Mönchehaus-Museum) zu sehen.

Als der Künstler den Rammelsberg besuchte und die Geschichte von „Ritter Ramm“ hörte, meinte er, dem Ross solle man ein Denkmal setzen. Silver hat sein Pendant in der griechischen Mythologie. Das geflügelte Pferd Pegasus soll – wie Ritter Ramms Pferd durch Hufescharren – die den Musen geweihte Quelle der Inspiration freigelegt haben.

Die Skulptur Silver wurde von der Schenning-Stiftung Goslar für den Rammelsberg erworben und dem Rammelsberg 1995 als Dauerleihgabe überlassen. Die besonders farbenprächtig bemalte und als mittelalterliches Turnierross geschmückte Skulptur kann täglich im Museumshaus Magazin bewundert werden.

Die Sage von Ritter Ramm

Als Kaiser Otto I. auf der Harzburg weilte, sandte er seinen Ritter Ramm aus, ihm ein Wildbret zu jagen. Es war aber zur Winterszeit und Ramm ritt mit seinem Pferd einer frischen Wildspur nach, die er im Schnee erblickte. Da kam er an einen hohen Berg, den dichter Urwald bedeckte. Bald wurde ihm der Berg zu steil; darum stieg er ab vom Ross, band es an einen Baum und eilte dem Wild zu Fuß nach.

Das Pferd aber ward ungeduldig und scharrte mit den Vorderhufen im Schnee. Als nun Ramm von der Verfolgung des Wildes zurückkehrte, sah er verwundert, wie sein Gaul die Erde aufgescharrt und einen schönen Erzgang bloßgelegt hatte. Da hub er einige Stufen des blinkenden Erzes auf und trug sie dem Kaiser hin.

Kaiser Otto war hocherfreut über diesen Reichtum des Harzes. Er schenkte dem Jäger eine goldene Kette im Wert von tausend Dukaten und ließ geschickte Bergleute aus dem Frankenland nach Goslar kommen, die mussten Schächte anlegen und den Bergbau hier einrichten. Nach und nach sammelten sich immer mehr Bergleute um Goslar, und die Stadt vergrößerte sich seitdem sehr. Um aber das Andenken des Entdeckers für alle Zeiten zu ehren, gab der Kaiser dem Berg den Namen Rammelsberg.

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0 Kommentare zu “Zur Erinnerung an John Chamberlain
1 Pings/Trackbacks für "Zur Erinnerung an John Chamberlain"
  1. […] Ich könnte auch schreiben, dass der amerikanische Künstler, John Chamberlain – ein Vorreiter der Pop Art und Vertreter des abstrakten Expressionismus – mit der Skulptur eines Pferdes sein ansonsten gegenstandsloses Werk durchbrach und so für den Rammelsberg etwas ganz besonderes geschaffen hat. Dazu lesen Sie dann aber doch besser diesen Artikel …  […]

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