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Grabungskampagne 2012 im Alten Lager

Am Rammelsberg wird seit vielen hundert Jahren Bergbau betrieben. Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege führt regelmäßig Grabungen durch, die schon viele interessante Zeugnisse der frühen Bergbaugeschichte zu Tage gefördert haben. Heute berichtet der Montanarchäologe Dr. Lothar Klappauf über die diesjährige Grabungskampagne.

Pünktlich zum Beginn der Grabungskampagne am 2. Mai 2012 trafen vom Labor in Posen die 14C-Datierungen der letztjährigen Befunde und Funde ein. Sie bestätigen die bisherigen archäologischen Datierungen beeindruckend. Die freigelegten, mit Funden übersäten obersten Schichten des in der Verfüllung des Tagebaus entstandenen Teiches oder „Pfuhls“ gehören in die Zeit um 1400 n.Chr., während die angeschnittene Holzkonstruktion – vielleicht ein Schachtverbau – etwa 50 Jahre älter ist.

Holzkonstruktion, Grabung am Alten Lager

Massiv erhaltene Holzkonstruktion eines Schachtes oder einer Arbeitsbühne, darauf eine weggeworfene Schuhsohle

Das könnte bedeuten, dass man in einer Zeit, in der die Gruben unter Tage absoffen, versuchte, durch den später verfüllten Tagebau an die darunter noch vorhandenen Erze zu gelangen.

Ein plastisches Bild vom Leben am Berge zeichnet sich mit den erhaltenen Karrenspuren und vor allem mit den Abdrücken der Pferdehufe ab. Die Massen von Holzspänen deuten darauf hin, dass sich hier ein Holzbearbeitungsplatz befand, auf dem vermutlich die unter Tage gebrauchten Hölzer vorbereitet wurden.

Hufabdruck aus einer Grabung am  Alten Lager

Im Block geborgener Hufabdruck

In der nun begonnenen Grabungskampagne müssen zunächst die aus dem letzten Jahr überwinterten Funde und Befunde bearbeitet werden. Das im Block gesicherte Förderseil muss geborgen, die Abdrücke der Pferde und eines über den Teich springenden Rehs müssen gesichert werden. Um an die Holzkonstruktion und flächig in größere Tiefen zu gelangen, müssen um das Grabungsfeld herum die neuzeitlichen Halden abgetragen werden, da ansonsten sicheres Arbeiten nicht möglich ist. Und selbstverständlich sollte der nur wenige Dezimeter unter der aktuellen Schicht nachgewiesene Horizont mit dem in die Jahre um 1020 n.Chr. datierten Lederschuh freigelegt werden.

Förderseil aus einer Grabung am Alten Lager

In der Verfüllung des Tagesbaus weggeworfenes Förderseil

Zum Tag des Offenen Denkmals am 9. September 2012 und vielleicht aus aktuellem Anlass an anderen Terminen werden wir über den Fortgang der Arbeiten informieren und die Möglichkeit zur Besichtigung der Grabungsstätte anbieten.

Die Grabungen werden von der Arbeitsstelle Montanarchäologie (Stützpunkt Goslar) des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege durchgeführt.

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