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Unter der Erde – Exponate im Besucherbergwerk

Die Sammlung des Weltkulturerbes Rammelsberg ist räumlich nicht nur auf die Übertage-Anlagen des ehemaligen Erzbergwerkes begrenzt, sondern erstreckt sich auch auf die noch begehbaren Grubenräume. Die Exponate sind nur sehr lückenhaft inventarisiert und dokumentiert.

Werkbank im Maschinenraum des Richterschachtes

Werkbank, mit einem Spot angeleuchtet, im untertägigen Maschinenraum des Richtschachtes, WERBG 2012

Ihre Zugänglichkeit ist an vielen Stellen im Grubengebäude sehr eingeschränkt und der Zustand der meisten Exponate ist als gefährdet zu bezeichnen, weil die extremen klimatischen Bedingungen untertage an deren Substanz zehren.

Ein großer Teil der untertägig eingelagerten Objekte hat einen hohen Stellenwert für die technikgeschichtliche Entwicklung des Bergbaus am Rammelsberg. Viele der Exponate in den Grubenräumen sind aber auch für die Erforschung und Darstellung sozial- und alltagsgeschichtlicher sowie arbeits- und berufsspezifischer Zusammenhänge von Bedeutung. Es gibt speziell in den untertägigen Grubenräumen Dinge, die einen standortgebundenen Bezug haben und bei denen die Konservierung des Zustandes vor Ort entscheidend für die Erforschung und Darstellung der sozialgeschichtlichen Zusammenhänge ist. Deshalb ist eine Translozierung der Objekte vom Untertageort in die übertägigen Depoträume des Museums nicht zu empfehlen.

Es wäre denkbar für Exponate, die nicht unbedingt des authentischen Standortes bedürfen, in den Grubenräumen an einigen Stellen kleine Depoträume zu schaffen, um an dezentralen Standorten eine Konzentration von Exponaten aus den weitläufigen Grubenräumen zu erzielen. Diese kleinen Depoträume könnten verbesserte klimatische Bedingungen bieten und als kleine Schaudepots eröffnet werden, die auf speziellen „Vermittlungstouren“ durch das Besucherbergwerk besichtigt werden könnten. Denn Vermittlung von historischen Zusammenhängen im Museum funktioniert oftmals besser, wenn diese in einer besonderen Aura eingebettet ist, die kognitive mit sinnlicher Wahrnehmung kombiniert.

An solchen sinnlichen Momenten hat das Besucherbergwerk einiges zu bieten. Sammlungsobjekte und ihre historischen Hintergründe werden dann nicht nur durch die mit Erläuterungen versehene Betrachtung der Exponate verstanden, sondern atmosphärisch „erlebt“.

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