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Zum 200. Todestag von Oberbergmeister Roeder

Am 21. Juni 1813 fiel den Lesern des Anzeiger für den District Goslar eine kleine Mitteilung ins Auge, die für den Bergbau am Rammelsberg das Ende einer Ära markierte:

„Heute Nacht um 1 Uhr entriß uns der Tod unseren theuren Gatten und Vater, Herrn Johann Christoph Röder, Oberbergmeister und Ingenieur en Chef bei hiesigem Rammelsbergschen Bergwerke, in dem 85sten Jahre seines Lebens und 56sten seiner Dienstjahre, von welchen er bloß die letzten 3 Jahre im Ruhestande verlebte, von der Seite …“.

Roeder stammte aus Zellerfeld und wurde nach mehreren Dienstjahren in Zellerfeld und Grund 1764 Mitglied im Goslarer Bergamt, wo er verschiedene Dienstränge durchlief und schließlich als oberster Bedienter vom Leder fungierte. Privat von schweren Schicksalsschlägen getroffen – von seinen vier Ehefrauen überlebte ihn nur eine, von seinen 12 Kindern nur die jüngste Tochter – gilt er als größter Reformer des Rammelsberger Bergbaus der letzten dreihundert Jahre.

Fahne des Obergergmeisters Johann Christoph RoederZu seinen Verdiensten zählt die Einführung der untertägigen Erzförderung mittels Kehrrädern, das Abteufen eines neuen Treibschachtes, die Konzentration der Wasserhebung auf den Kanekuhler und den Neuen Schacht, die Errichtung der Brandstaubwäsche und der beiden übertägigen Huntsläufe sowie die systematische Verfüllung der ausgeerzten Weiten mit Kahlebergsandstein aus dem Kommunion-Steinbruch. Zu seiner Zeit wurden die Tagesanlagen am Hang des Berges rund 60 Meter weiter nach unten verlegt und wodurch die Förderkosten wesentlich gesenkt werden konnten.

Heute verbindet man mit seinem Namen zumeist eine Befahrung des Roeder-Stollens, der bei Eröffnung 1988 den Kern des damaligen Bergbaumuseums 1988 bildete und jährlich über 70.000 Besucher anzieht.

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