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Die „Sanibude“

Der Sanitätsraum, von den Rammelsberger Bergleuten liebevoll „Sanibude“ oder „Sanikaue“ genannt, glich zu Betriebszeiten einer voll eingerichteten Notfallpraxis. Arbeitsunfälle im Bergwerk, in den Werkstätten oder Wegeunfälle der Mitarbeiter wurden dort von einem Sanitäter versorgt, Werksärzte führten Reihenuntersuchungen durch oder schulten das Personal in Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Sanistube Rammelsberg - orginale Ausstattung

Die Geschäftsführung der „Preussag“ versuchte ab den 1950er Jahren, durch verschiedene Formen des Arbeitsschutzes und der Unfallprävention sowie durch Erste-Hilfe-Ausbildung der Mitarbeiter, die Anzahl und Schwere arbeitsbedingter Unfälle zu reduzieren.

Trotz ständiger und erfolgreicher Sicherheitsverbesserungen ließen sich Unfälle, besonders unter Tage, nicht gänzlich vermeiden. Kam es im untertägigen Bereich zu einem Unfall, galten ab den 1960er Jahren folgende Regeln:

  • Absichern des Verletzten und der Unglücksstelle vor Steinschlag,
  • Stilllegung der Maschinen,
  • Notsignale versenden,
  • Erste-Hilfe leisten,
  • den Verletzen nicht allein lassen.

Der Transport erfolgte mit Schleifkörben (eine Art Trage), Grubenloks und schließlich über die Schachtförderanlage nach über Tage. Dort angekommen, wurde der Verletzte in die Sanitätsstube gebracht, wo sich der diensthabende Werkssanitäter, den jede Schicht hatte, um ihn kümmerte. Mit der Alarmierung unter Tage wurde gleichzeitig der Werksarzt, ein Vertragsarzt aus Goslar, verständigt, der nach der Untersuchung des Verletzten über weitere Behandlungsschritte entschied. Leichte Verletzungen wurden vom Werkssanitäter in der Sanitätsstube versorgt.

Sanistube Rammelsberg mit Ausstellungsvitrine

Die Sanitätsstube hatt in etwa die Ausstattung einer Notarztpraxis, in der auch betriebsärztliche und Reihenuntersuchungen durchgeführt wurden. Hierzu wurde die Einrichtung ständig aktualisiert. 1963 wurde die Sanitätsstube am Rammelsberg durch einen Anbau auf die heutige Größe erweitert.

Heute vermittelt das Ausstellungsmodul „Sanitätsraum“ durch das original erhaltene Interieur ein authentisches Bild des Sanitätswesens auf dem Rammelsberg in den 1980er Jahren, was nicht zuletzt durch die Mithilfe ehemaliger Rammelsberger Bergleute und die  Einbeziehung ihrer Erinnerungen gelungen ist.

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