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Restaurierung des Förderwagens der Schrägförderanlage

Als wir zum ersten Mal den Förderwagen aus dem Schienenbett der Schrägförderanlage am Weltkulturerbe Rammelsberg gehoben haben, wollte keiner von uns so recht glauben, dass diese stark verrostete Konstruktion eines Tages im neuen (alten) Glanz und wieder betriebsbereit vor uns stehen würde.

Der Förderwagen beim Transport

Zu sehr schien der Zahn der Zeit an diesem technischen Glanzstück der 1935 erbauten Schrägförderanlage des Erzbergwerks Rammelsberg genagt zu haben. Außerdem wurden hohe Ansprüche an die Wiederherstellung gestellt. Die Forderung von Seiten des Weltkulturerbes Rammelsberg, die Authentizität des Förderwagens wie auch des Gegengewichtswagens durch größtmögliche Substanzerhaltung zu bewahren, schien für die ausführende Maschinenbaufirma zunächst etwas utopisch. Durch eine hervorragende Kooperation zwischen dem Weltkulturerbe Rammelsberg und der ausführenden Firma, der Mitteldeutschen Montan GmbH in Nordhausen, konnte eine behutsame Restaurierung vorgenommen werden, deren Ergebnis seit kurzem zu bestaunen ist.

Wichtig war zunächst, eine genaue Bestandsaufnahme des Förderwagens vorzunehmen, um festzulegen, welche Bestandteile für die Sicherheit der Konstruktion und die Funktion des Wagens repariert und gegebenenfalls erneuert werden sollen. Ein Blick in die historischen Unterlagen aus den 1930er Jahren brachte wichtige Erkenntnisse über seine statische Konstruktion, die verwendeten Materialien und die Herstellungstechnik. Über die Funktionsrestaurierung hinaus, mussten für den Personentransport Sicherheitsvorkehrungen insbesondere am Aufbau des Wagens erfolgen. Die vorhandenen historischen Geländer wurden um eine vorgesetzte Gitterkonstruktion ergänzt. Alle neu eingesetzten Komponenten heben sich durch eine graue Farbe von den original erhaltenen Bauteilen ab. Die originale Bausubstanz wurde mit Trockeneisbestrahlung schonend gereinigt und transparent konserviert.

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