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Vorfreude auf Meunier

Constantin Émile Meunier war einer der bekanntesten Bildhauer, der sich intensiv mit dem Thema Arbeit auseinandergesetzt hat. Meunier, geboren1831 in Brüssel, beschäftigte sich zunächst mit religiösen Themen. Erst in den 1880er Jahren, inspiriert von dem Besuch des damals größten Schwerindustriegebiets in Belgien, begann er Skulpturen von Arbeitern zu schaffen. Dabei hatten es ihm besonders die Berg- und die Metallarbeiter angetan.

Le Marteleur, Plastik des Bildhauers Meunier

In unserer Ausstellung Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950 wird die Figur Hammerschmied (ca. 48 cm) von Meunier aus dem Jahre 1906 zu sehen sein. Sie zeigt typische Merkmale dafür, wie Meunier seine Arbeiterskulpturen gestaltete. Im klassischen Kontrapost, schon seit der Antike in der Skulptur ein beliebtes Stilmittel, strahlt der Hammerschmied eine Würde aus, die an ein Denkmal erinnert. Andererseits machte Meunier auch die Schwere der Arbeit deutlich: Man kann die Anstrengung jahrelanger körperlicher Arbeit am Gesicht ablesen, der leicht gekrümmte Rücken deutet auf seine stetig gebeugte Haltung hin. Meunier verzichtete auf eine zu seiner Zeit verbreitete Allegorisierung der Skulptur; er bevorzugte es, den Hammerschmied auf realistische Weise in authentischen Arbeitskleidung und mit Arbeitsgerät darzustellen. In dieser Skulptur und seinem gesamten Werk wird deutlich, welche große Wertschätzung und Bewunderung Meunier den Industriearbeitern seinerzeit entgegenbrachte.

Lebensgroße Versionen von Meuniers Hammerschmied sind in Metropolen wie New York, Brüssel und Kopenhagen noch heute im öffentlichen Raum zu finden. Als lebensgroßes Gipsmodell hatte Meunier den Hammerschmied bereits im Jahre 1886 auf der Großen Kunstausstellung in Paris gezeigt und sehr viel Anerkennung dafür erhalten.

Meunier ist jedoch nur einer von vielen Künstlern aus dem europäischen Raum, deren Arbeiten am Rammelsberg zu bewundern sein werden. Insgesamt 91 Skulpturen geben einen spannenden Einblick in die Arbeitswelt von Landwirten, Bergarbeitern, Steinbrucharbeitern, Metallarbeitern und verschiedenen anderen Berufen im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Sonderausstellung Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950. Die Sammlung  Werner Bibl des LWL-Industriemuseums Dortmund wird am 26. April 2012  eröffnet.

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