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WELTKULTURERBE RAMMELSBERG,
ein Museum als authentischer Ort

Spätestens seit 1997 ist der Begriff authentischer Ort Dreh- und Angelpunkt der Vermittlung am Weltkulturerbe Rammelsberg:

„Am Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg erfolgt die Erschließung der Geschichte von Bergwerk und Bergbau und zwar sämtlicher sozialer, kultureller und technischer Facetten, nicht abstrakt, sondern immer ausgehend von oder in Verbindung mit authentischen Geschichtsorten und authentischen Geschichtsobjekten. (…) Den inhaltlichen Faden stellt der historische Bergbau am Rammelsberg dar, welcher Initiator sämtlicher Entwicklungen der gesamten Region war …“
(„DER RAMMELSBERG – Das Konzept“, Prof. Dr. Reinhard Roseneck, Goslar 1997, S. 6)

Auch das überarbeitete und weiterentwickelte Konzept von 2009 stellt fest: „Die authentisch erhaltenen Über- und Untertageanlagen stellen einen Erlebnisort besonderer Güte dar. („Museumskonzept Rammelsberg“, Andrea Riedel, Goslar 2009, S. 9)

Große Teile der Über- und Untertageanlagen des ehemaligen Erzbergwerks konnten erhalten und für den Besucher zugänglich gemacht werden. Die Dauerausstellungen und  wechselnden Sonderausstellungen befinden sich in den Museumshäusern über Tage.

Anlagen Über Tage im Weltkulturerbe Rammelsberg

Die als Museumshäuser genutzten Übertageanlagen sind Zeugen der vergangenen Arbeitswelt. Neben den Gebäuden sind ganze Teile der musealen Anlagen und Maschinen an ihrem historischen Standort geblieben. Hier werden die Dinge am Ort des Geschehens präsentiert. Der Ort selbst, die Gebäude, die Werkstraße, das Werkstor oder das Pflaster der Werksstraße sind ausgestellt. Es findet somit lebendiges und anschauliches Lernen an vielen Stellen des Geländes statt, an denen man die Spuren der vergangenen Arbeit heute noch sehen und fühlen kann. Der authentische Ort und seine Exponate wurden oder werden fortwährend sorgsam restauriert. Dabei bleiben Gebrauchsspuren erhalten, und überall dort, wo aufgrund des Museumsbetriebs Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich sind, werden diese bewusst sichtbar gemacht.

Hinzugefügte Elemente, die beispielsweise dem Besucher einen einfacheren Zugang ermöglichen, wie neue Treppen, Türen usw. – inklusive der musealen Präsentation – setzen sich in Form und Material deutlich von der überlieferten Substanz ab. Das gesamte Gelände atmet seine eigene Geschichte und wird lebendig durch seine „Aura“ und die Vermittlung durch die Menschen, die dieser Tatsache Wert beimessen.

Eingebettet sind die Übertageanlagen des Rammelsberges in eine einzigartige Kulturlandschaft, entstanden durch etliche Jahrhunderte währende bergbauliche Tätigkeit. Diese Landschaft erstreckt sich über weite Teile des Harzes ausgehend von der Altstadt Goslars bis in den Oberharz mit wichtigen Bergbaustädten und seiner Wasserwirtschaft. Objekte, Bauwerke und Kulturlandschaft bilden eine Einheit, deren Geschichte auch ineinander greifend vermittelt werden muss.

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